

Familie Zang gehörte zum gehobenen Bürgertum. Friedrich Zang (1820-1879), der Vater des Künstlers, war nach seinem Jurastudium zunächst Regierungssekretär in Birkenfeld. Bis 1861 wirkte er als Amtsrichter in Nohfelden, wo Hugo als drittes von fünf Kindern geboren wurde. Als Friedrich Zang die Stelle des Amtsrichters in Birkenfeld übernahm, zog die Familie dort in eine Wohnung. Friedrich Zang entwarf Pläne für einen Hausbau, verstarb jedoch vor dessen Realisierung.
Julie Zang, die Witwe, hält gemeinsam mit Hugos Patentante, ihrer jüngeren, unverheirateten Schwester Louise Heddaeus, an den Plänen fest. Sie erwirbt 1881/82 das Grundstück Flur 30, Parzelle 110/ 28 „Auf dem Sielacker“ von Uhrmacher Heinrich Müller. Obwohl die so genannte „Schlammgass“, die heutige Friedrich-August-Straße, bauliche Schwierigkeiten birgt, spricht die Lage des Grundstücks am Schlossberg für sich. Auch ein kleines Gartenhaus gehört damals bereits zur Anlage. 1883 beginnt der Bau des zweigeschossigen, herrschaftlichen Hauses in klassizistischem Stil, das damals zu den repräsentativen Bürgerhäusern der Stadt zählt.
Im ebenerdig zugänglichen Sockelgeschoss befinden sich Küche, Lager- und Hauswirtschaftsräume sowie ein Brunnen mit Pumpe. Über einen Aufzug gelangen die Speisen in das Esszimmer in der ersten Etage, die von außen über einen seitlichen Treppenaufgang zugänglich ist. Die Räume im zweiten Geschoss, der Bel Étage, sind großzügig mit Stuck verziert. Ein Kachelofen und Schmuckfliesen gehören zum großbürgerlichen Ambiente. Das Wohnzimmer verfügt über einen Balkon mit Blick in Richtung Stadt. Im Dachgeschoss befinden sich Räume für das Personal.
Um den finanziellen Unterhalt für die Familie zu sichern und weil nicht alle Räume des großzügigen Hauses selbst beansprucht werden, vermietet Julie Zang einzelne Zimmer an Gymnasiallehrer und höhere Beamte. Nach dem Tod Julie Zangs 1919 und dem Tod der Tante Louise ein Jahr später zieht zunächst Hugos verwitwete Schwester Emma in das Birkenfelder Domizil und wohnt dort bis sie 1929 verstirbt. Hugo Zang selbst lebt und arbeitet in einer Dachkammer des Hauses. Sämtliche anderen Räumlichkeiten sind vermietet. Bis zu seinem Tod 1964 lebt Hugo Zang in seinem Elternhaus.
Else Vogt, die Nichte des Malers, erbt nach dessen Tod Haus und Grundstück. Sie verkauft das Anwesen 1958. Der neue Eigentümer nimmt zahlreiche bauliche Veränderungen vor: Zwischendecken- und Wände, Teppichboden statt Holzdielen, Tapete statt alter Vertäfelung, ein Holzanbau zum Hof. Im Lauf der Jahre verfallen und verwildern Haus und Grundstück bis schließlich aus Sicherheitsgründen der Abriss des Hauses droht.
Nicht zuletzt aufgrund der Lage – die umliegenden historischen Verwaltungsgebäude bilden ein Ensemble – erkennt der Landkreis Birkenfeld den ideellen und historischen Wert sowie das Potenzial des Hauses und erwirbt die Immobilie.